Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


Januar 12, 2012

geistliche Vaterschaft

Im Rahmen meines Grundlagenstudiums „christliche Ethik zur Ehe“ bei der Team.F-Akademie beschäftige ich mich derzeit mit dem Thema der Vaterschaft. Neben der „normalen“ physischen Vaterschaft geht es dabei aber auch um das Thema der geistlichen Vaterschaft und der Frage, warum es z. B. in Kirchen und Gemeinden oft nicht zu echtem und gesundem Wachstum kommt. Die Aussagen und Fragen in Derek Prince Buch „Ehemänner und Väter“ gehen da wirklich ans Eingemachte und haben mich sehr zum weiteren Nachdenken angeregt.

Da ist zum Beispiel der Vers „Rein und vorbildlich Gott, unserem Vater, zu dienen bedeutet, dass wir uns um die Sorgen der Waisen und Witwen kümmern und uns nicht von der Welt verderben lassen“ aus Jakobus 1,27. Mal ehrlich: Wie viele Predigten habe ich darüber gehört, mich nicht von der Welt verderben zu lassen und im Gegensatz dazu: Wie viele Predigten habe ich darüber gehört, mich um die Waisen und Witwen zu kümmern? Und dieser Punkt wird an erster Stelle genannt wenn es darum geht zu erklären, was Gottesdienst wirklich bedeutet… Derek Prince gibt als einen Grund für fehlende Leidenschaft in den Gemeinden unter anderem das an, dass wir Gottes Auftrag für einen ihm wohlgefälligen Gottesdienst einfach nicht umsetzen. Es mangelt also an echter, geistlicher Vaterschaft.

So sagt er: „…Wir haben das Christentum durch ein „Gemeindetum“ ersetzt. Das Gemeindetum bringt Gemeindemitglieder, das Christentum bringt Jünger hervor. Das Gemeindetum verlangt Konformität, das Christentum verlangt Hingabe…“ und außerdem „…Wo effektive geistliche Vaterschaft fehlt, bleiben die meisten Neubekehrten geistliche Waisen und werden nie zu reifen, fruchtbaren Gliedern der Familie Gottes…“.  Das sind schon krasse Aussagen, aber ich muss Derek Prince Recht geben, dass es heute in den Kirchen und Gemeinden an echter, geistlicher Vaterschaft fehlt. Dazu kommt oftmals noch die fehlende physische Vaterschaft in den Familien.

Und da lautet Gottes Auftrag an mich: „Kümmere Dich um die Sorgen der Waisen und Witwen“. Ein sehr großer Auftrag, der vielleicht wie ein Berg vor mir steht und mich denkenlässt, dass ich das nicht schaffe, dass ich dafür zu schwach bin. Und da schliesst sich der Kreis dann wieder hin zur Jahreslosung 2012 „Meine Gnade genügt Dir, meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“. Danke Gott, dass ich das gar nicht leisten muss, weil Du es bist, der in dieser Schwachheit mächtig ist. Lass mich Dir und Deiner Kraft vertrauen.

Abraham und Paulus wurden auch erst dann zu geistlichen Vätern, als sie mit ihren eigenen Fähigkeiten am Ende waren und sich auf die übernatürliche Kraft Gottes verließen. Auf diese übernatürliche Kraft setze ich auch, lieber Vater. Lass mich und lass uns immer mehr Deinem Auftrag nachkommen, uns um die Sorgen der Waisen und Witwen zu kümmern, nicht nur den physischen, auch den geistlichen!

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