Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


Dezember 09, 2013

Gottes Plan für mein Leben? …oder mein Leben für Gottes Plan?

Gestern hörte ich in der Hillsong-Church Düsseldorf eine Predigt mit dem Titel „Alles wird gut“.  Für sich gestellt ist dieser Satz so ein Satz, den ich so gar nicht mag, weil er so etwas pauschalisierendes hat, etwas oberflächliches. Wenn es z. b. Situationen in Deinem Leben gibt, die nicht schön, vielleicht sogar bedrohlich sind und Du hörst dann diesen Satz „Alles wird gut“, dann weisst Du meistens, dass Dein Gegenüber mit der Situation vielleicht gerade gar nicht umgehen kann, dass es Deinen Gegenüber vielleicht nicht interessiert oder – und das denke ich zumindest in solchen Situationen am allerwenigsten – dass Dein Gegenüber das wirklich so meint und den Himmel immer vor Augen hat, wo wirklich einmal alles gut sein wird.

Ohne die Predigt hier zusammenfassen  zu wollen haben mich zwei Sätze in Alex Landmanns Predigt sehr angesprochen und zum Nachdenken gebracht. Um den Zusammenhang etwas besser zu verstehen, hier die Bibelstellen, die Alex gelesen hat:

Und sogar wir, denen Gott doch bereits seinen Geist gegeben hat, den ersten Teil des künftigen Erbes, sogar wir seufzen innerlich noch, weil die volle Verwirklichung dessen noch aussteht, wozu wir als Gottes Söhne und Töchter bestimmt sind: Wir warten darauf, dass auch unser Körper erlöst wird. Unsere Errettung schließt ja diese Hoffnung mit ein. Nun ist aber eine Hoffnung, die sich bereits erfüllt hat, keine Hoffnung mehr. Denn warum sollte man auf etwas hoffen, was man schon ´verwirklicht` sieht? (Römer 8:23, 24 NGÜ2011)
Wenn die Hoffnung, die Christus uns gegeben hat, nicht über das Leben in der jetzigen Welt hinausreicht, sind wir bedauernswerter als alle anderen Menschen. (1. Korinther 15:19
NGÜ2011)

Der erste Satz, der sehr hängen geblieben ist ist dieser:

Gott unterscheidet Dein Leben nicht nach „vor dem Tod“ und „nach dem Tod“, sondern er unterscheidet dein Leben nach „vor Christus“ und „nach Christus“.

Ist es nicht wirklich so, dass wir in schwierigen Situationen diesen Satz „Alles wird gut“ gebrauchen und das dann bestenfalls darauf beziehen, dass es im Himmel nach dem Tod einmal wirklich gut sein wird? Mit anderen Worten schleppen wir uns noch so eben durchs Leben und warten darauf, dass der Himmel endlich Realität wird und das „schreckliche“ Leben hier auf der Erde endlich ein Ende findet? Dieses Handeln und Denken wird bestimmt von der Abgrenzung „vor dem Tod“ und „nach dem Tod“. Aber die Bibel sagt klar, dass wir ein neues Leben bekommen haben, einen neuen Geist und es heisst „alles ist neu geworden“. Aber lebe ich wirklich so, als sei alles neu geworden? Ich von mir muss jedenfalls sagen, dass das oft genug nicht so ist. Wie viel besser wäre es, wenn wir die biblische Abgrenzung leben würden, die heisst „vor Christus“ und „nach Christus“! Das würde in meinem und bestimmt auch in Deinem Leben viel bewirken. Christus ist die Realität, die vom Himmel auf die Erde kam, um mich zu retten. Ich muss nicht warten, bis der Himmel für mich Realität wird, Christus hat mir den Himmel auf die Erde gebracht und diese Realität möchte ich (er)leben, in dieser Kraft möchte ich handeln, in der Erwartung seiner Gegenwart möchte ich Problemen entgegen treten.

Doch es verhält sich ja ganz anders: Christus ist von den Toten auferstanden! Er ist der Erste, den Gott auferweckt hat, und seine Auferstehung gibt uns die Gewähr, dass auch die, die im Glauben an ihn gestorben sind, auferstehen werden. Der Tod kam durch einen Menschen in die Welt; entsprechend kommt es nun auch durch einen Menschen zur Auferstehung der Toten. Genauso, wie wir alle sterben müssen, weil wir von Adam abstammen, werden wir alle lebendig gemacht werden, weil wir zu Christus gehören. Aber das geschieht nach der von Gott festgelegten Ordnung. Zuerst ist Christus auferstanden. Als nächstes werden, wenn er wiederkommt, die auferstehen, die zu ihm gehören. (1. Korinther 15:20-23 NGU2011)

Die zweite Frage bzw. Aussage, die mir hängen geblieben ist und über die ich weiter nachdenken möchte ist diese:

Sich zu fragen, was ist Gottes Plan für mein Leben, ist doch irgendwie egoistisch. Es geht nicht um die Frage „Was ist Gottes Plan für mein Leben“ sondern um die Frage „Wie kann ich mein Leben für Gottes Plan einsetzen?“

Das habe ich bisher noch nicht so gesehen. Es stimmt aber, dass bei der Frage „Was ist Gottes Plan für mein Leben“ ich irgendwie im Mittelpunkt stehe. Ich möchte wissen, was Gottes Plan für mich ist. Ist auch irgendwie nicht ganz falsch, aber die Blickrichtung und Priorität ist doch eine ganz andere wenn ich frage: „Gott, wie kann ich mein Leben für Deinen Plan einsetzen?“ Ich weiss nicht, ob Du, wenn Du das liest, auch den Unterschied empfindest. Mich hat diese Frage jedenfalls getroffen.

Fazit: „Alles wird gut“ – das ist ganz sicher, wenn Du Gottes Kind bist, aber auch schon hier auf der Erde möchte Gott, dass wir ihm unser ganzes Vertrauen schenken, auch in Situationen, die auf den ersten Blick alles andere als gut sind. Gott segne Dich!

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