Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


Oktober 10, 2013

Von Wachstumsbremsen oder „Kopf-Gott vs. Herz-Gott“

Manchmal stelle ich mir die Frage, warum wir Menschen Gott so unterschiedlich sehen. Sicherlich hängt sehr viel davon ab, wie wir mit Gott groß geworden sind, was unser Umfeld uns über Gott vermittelt hat. Aber wenn Gott doch derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit, dann dürfte es doch eigentlich nicht zu solch unterschiedlichen Ansichten über Gott kommen, oder?

Da sind Personen, die sehen Gott als einen strengen Richter, der nur darauf wartet, mein Fehlverhalten zu bestrafen. Da sind andere Personen, die sehen Gott als einen alten Mann mit weissem Bart und Stock, der auf einer weißen Plüschwolke daherschwebt und sich quasi über den Angelegenheiten dieser Welt befindet. Wiederum andere sagen Gott nach, dass er sich nicht um uns Menschen kümmert, denn schließlich dürfte es dann ja nicht so viel Leid geben… Diese Liste von Ansichten der Menschen über Gott könnte hier wahrscheinlich ohne Ende weitergeführt werden.

Aber wie ist Gott denn wirklich, wie kann ich das rausbekommen? Oder würde ich dann auf der Suche nach Gott nur noch ein weiteres Bild von Gott malen, das genau so wenig stimmt wie die vielen anderen Bilder, die bereits exisiteren? Ich bin überzeugt, dass – wenn ich das beherzige, was Gott selbst empfohlen hat, nämlich IHN von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit ganzer Kraft zu lieben (5. Mose 6,5) – ich ein immer deutlicheres Bild von IHM bekomme und dass sich der Nebel immer mehr lichtet. Auffällig für mich an diesem Ratschlag Gottes ist, dass da nichts von „Verstand“ steht. Gott rät mir also nicht, IHN mit ganzem „Verstand“ zu lieben, sondern mit ganzem Herzen, ganzer Seele und mit ganzer Kraft.

Ich glaube, dass das heute oft unser Problem ist, dass wir versuchen, Gott mit ganzem Verstand zu lieben. Warum ist das ein Problem? Weil unser Verstand sehr begrenzt ist. Unser Verstand ist abhängig von der genossenen Schulbildung, von unserem Elternhaus, von unserer Umgebung, von politischen und kulturellen Einflüssen und nicht zu letzt von religiösen Einflüssen. So entwickelt sich mein Verstand eben sehr viel anders als der Verstand einer Person in der dritten Welt. Ich glaube, dass mein Verstand mein Bild von Gott sehr ungesund beeinflussen kann. Damit meine ich nicht, dass ich blind und ohne nachzudenken Gott lieben soll, aber zuerst kommen die drei Punkte, die Gott uns Menschen rät: Herz, Seele, Kraft.

Warum bin ich davon überzeugt? Wenn ich mir ansehe, was in weniger entwickelten Völkern als bei uns in der westlichen Welt in der Beziehung mit Gott möglich ist, dann bekräftigt das meine Vermutung. Wenn ich heute zum Beispiel von Spontanheilungen höre und lese, dann springt sofort mein Verstand an und sagt mir „…das kann doch gar nicht sein…“. Wenn ich höre und lese, dass sich tausende Menschen in einem Gottesdienst zu Gott bekehren, dann springt mein Verstand an und sagt mir „…da muss Gefühlsduselei im Spiel gewesen sein…“.  Persönlich finde ich das schrecklich, dass solche Gedanken durch meinen Kopf gehen und ich arbeite daran, dass mich mein Verstand in meiner Beziehung zu Gott nicht mehr behindert. Ich möchte Gott zuerst mit meinem Herzen, meiner Seele und mit aller Kraft lieben!

Die „Verkopfung“ unserer Kirchen und Gemeinden sehe ich als echte Gefahr für ein lebendiges Christentum und als Bremse für Gottes Wirken, besonders in der weit entwickelten westlichen Welt. Ich möchte mich mehr und mehr danach ausstrecken, Gott so zu sehen und zu erleben, wie er wirklich ist, eben nicht ein strafender, alter, weissbärtiger und wolkenschwebender Man, dem ich egal bin, sondern ein liebevoller Vater, der es nicht abwarten kann, mir als seinem Kind seine ganze Liebe zu mir klar zu machen, mich mit Segnungen zu überschütten und mir jeden Tag ein Stück mehr von seiner Herrlichkeit zu zeigen. Wenn ich bereit bin, meinen Verstand hinter meine Beziehung zu stellen und Gott einfach mehr mit ganzem Herzen, ganzer Seele und mit aller Kraft zu lieben, dann werde ich mehr und mehr Gottes übernatürlichen Dinge erleben, die mein Verstand eben nicht begreifen kann.

Gott ist eben Gott 🙂 und ich freue mich auf mehr von Gottes übernatürlichen Segnungen. In Teilen dürfen wir das auch schon hier in Deutschland erleben, nämlich da, wo die Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt gestellt wird, Gottes Gegenwart genossen und gefeiert wird und ER sich verherrlichen kann und kein Verstand mehr im Weg steht.
Das beste Beispiel dafür steht in der Bibel selbst. Lest mal, wie sehr die ersten Christen in der Apostelgeschichte Gott geliebt haben und was dort an übernatürlichen Dingen geschah. Und genau diese Dinge passieren auch heute noch, denn Gott ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.

Meine Frage an Dich ist:

Denkst Du noch oder lebst Du schon in einer echten Herzensbeziehung?

September 27, 2013

Gemeinde der grünen Weide

Gerade habe ich eine beeindruckende Predigt  gesehen und gehört von Joanna Haverkamp (Pastorin bei Hillsong Deutschland), die sie gestern auf der BFP-Konferenz gehalten hat. Es geht um „Gemeinden und Kirchen der grünen Weide“. In ihrer Predigt appelliert Joanna, dass unsere Kirchen und unsere Gemeinden Orte sein sollten, wo Menschen erfrischt werden, wo sie auftanken können, wo sie Gott begegnen. In Ihrer Predigt stellt Joanna eine Frage, die mich seit langer Zeit wirklich tief bewegt:

Wissen Eure Gottesdienstbesucher nach dem Gottesdienst, wer Gott ist?

Ich möchte gar nicht mehr über die Predigt schreiben. Sie bietet so viele Punkte, worüber ich nachdenken kann, sie ist so voller Weisheit, sie ist voller Leidenschaft für Gott, für die Menschen in unseren Städten und unsere Kirchen. Am besten seht Ihr Euch die Predigt selbst an und beantwortet die Fragen für Euch selbst.

Kleiner Hinweis: Die Predigt beginnt ca. ab der 15. Minute, also nicht wundern, dass in den ersten Minuten kein Ton zu hören ist…

September 16, 2013

…angelesen…

Ich lese ja gerne und ich lese auch relativ viel, aber dass mich ein Buch abhält, rechtzeitig schlafen zu gehen, das passiert relativ selten. Das letzte Mal habe ich das beim Buch „Die Hütte“ von William P. Young erlebt. Dieses Buch hatte ich im Urlaub vor zwei oder drei Jahren eines Abends angefangen zu lesen. Mit der Zeit verabschiedeten sich alle Familienmitglieder in die Nacht und ich las einfach immer weiter. Ich durfte damals einen Einblick in die Beziehung von Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist nehmen, wie ich es vorher noch nicht getan hatte. Ich fand mich selbst mitten in dieser wunderbaren Beziehung wieder und ich genoss diese Beziehung so sehr, dass ich gar nicht merkte, wie die Nacht beim Lesen vergangen und die Sonne schon wieder aufgegangen war.

Ähnlich erging es mir und uns gestern Abend beim Lesen des Buches „Ergreife das Unerreichbare“ von Rob Rufus. Dieses Buch hatte ich letzte Woche mitbestellt, als ich das neue Buch von Judah Smith mit dem Titel „Jesus ist ___.“ gekauft habe. Irgendwie war mir der Titel „ins Auge gesprungen“.  Bereits das Vorwort hat mein Herz getroffen, weil ich – ähnlich wie der Autor – dieses Brennen und den tiefen Wunsch habe, dass die Gemeinde(n) ihr Erbteil in Besitz nehmen, dass Zeichen und Wunder geschehen, damit die Menschen die Auferstehungskraft Gottes erleben und  nicht mehr anders können als anzuerkennen, dass Gott real ist, dass er auferstanden ist und lebt und dass seine Auferstehungskraft nichts an Kraft verloren hat, sondern dieselbe ist wie vor zweitausend Jahren.

Vorwort

Das Weiterlesen hat sich sehr gelohnt und wir saßen gestern als Familie im Wohnzimmer und ich konnte immer mal wieder einen Satz aus dem Buch vorlesen. Diese Zitate animierten Heike und unsere Kinder, mehr aus dem Buch hören zu wollen und so fing ich an, daraus vorzulesen (das hatte ich übrigens schon Jahre nicht mehr gemacht 😉 …

Bis tief in die Nacht ging dieses Vorlesen und das, was uns klar geworden ist, hat in uns wieder ein echtes Feuer entfacht, einen tiefen Wunsch, mehr zu wollen, mehr von Gottes Auferstehungskraft, mehr von seinen Taten, mehr von Wundern und Zeichen. Der Autor erklärt auch sehr gut, was die Jahrhunderte und Menschen mit Gottes Idee und Gedanken zum Thema „Gemeinde“ gemacht haben. Viel ist leider nicht mehr davon übrig geblieben, was in Apostelgeschichte 2-5 von den ersten Christen beschrieben wird. An Stelle von Freiheit ist oft wieder Gesetzlichkeit getreten, an Stelle von Wundern und Zeichen sind Programme getreten, an Stelle von Gott selbst ist Religion getreten. Der Autor rüttelt die Leser wach, sich auf den Weg zu machen und zur Quelle zurückzukehren, Gott über alles zu stellen und an seine Auferstehungskraft zu glauben. Er apelliert auch an die Tatsache, dass Gott uns Autorität gegeben hat. Wie nutze ich diese Autorität? Bin ich mir dieser überhaupt bewusst? Und der Autor macht so gut deutlich, was der heilige Geist wirklich in unserem Leben bewirken möchte. Folgendes Zitat ist mir so hängen geblieben: „…der heilige Geist leitet dich doch nicht dazu, an der „Entrückungsbushaltestelle herumzustehen und darauf zu warten, dass Du endlich evakuiert wirst“… Jesus hat uns seinen heiligen Geist gegeben, damit wir die Dinge tun, die Jesus getan hat und größere Dinge tun (Joh. 14,12). Glaube ich daran? Glaubst Du daran?

Gott hat definitv mehr für mich, für meine Familie, für meine Gemeinde als das, was wir bisher erlebt haben. Welche Realität hat der heilige Geist in meinem und Deinem Leben? Jesus selbst hat erlebt was es bedeutet, als der heilige Geist auf ihn kam. In Matth. 3 steht, dass er den heiligen Geist wie eine Taube herniederfahren sah. Was danach passierte, kann in der Bibel nachgelesen werden, es geschahen Zeichen und Wunder.

Der Autor zeigt auch den Unterschied auf zwischen „den heiligen Geist haben“ und was passiert, wenn der heilige Geist auf jemanden kommt. In der Bibel lesen wir dann , dass Menschen „erfüllt“ waren vom heiligen Geist. Und da reichte es bei Petrus schon aus, dass sein Schatten auf Kranke fiel und die Kranken wurden gesund. Ich weiss mittlerweile, dass die Auferstehungskraft Gottes heute noch genau so stark und mächtig ist, wie damals. Ich bin überzeugt, dass nur die Anwesenheit des heiligen Geistes in mir keine Wunder und Zeichen vollbringt, besonders dann nicht, wenn ich seine Macht und sein Wirken vielleicht sogar als gefährlich oder komisch einschätze. Was würde mit mir und Dir passieren, wenn sich der heilige Geist auf mir oder Dir niederlassen würde? Ich bin überzeugt, dann würde sich erfüllen, was Jesus uns in Johannes 14 versichert hat!

Fazit: Ich möchte mehr 🙂 

Ich stimme mit dem Autor darin überein, dass die Gemeinde der Zukunft auf dem Wasser gehen wird, dass Brot und Fisch vermehrt werden, dass die Ohren der Tauben und die Augen der Blinden geöffnet werden, zu seiner Ehre und in Jesus Namen!

auszug

Vieles in unserem Leben und in unserem Alltag hat mich blind gemacht, blind für das wirkliche Leben, das Jesus uns geben möchte, ein Leben in Freiheit, in Vollmacht und ein Leben unter der wirksamen Kraft seiner Auferstehung. Mir hat dieses Buch sehr geholfen, Fragen zu beantworten, die Augen geöffnet zu bekommen für Dinge, die mir schon lange zu schaffen machen. Und – und das ist für mich eine besondere Freude und Hoffnung – ich habe die Hoffnung und Zuversicht, dass ich das mit eigenen Augen erleben werde, nicht nur in seltenen Einzelfällen, sondern in meinem direkten Umfeld, in meiner Familie, in meiner Gemeinde. Nicht in Afrika, Asien oder China, sondern in Schwelm, im Ennepe-Ruhr-Kreis, in NRW und in ganz Deutschland.

September 12, 2013

attraktives Christentum?

Gerade las ich einen kurzen Satz auf „MeetingJesus„. Dieser Satz lautet: „Was macht Deiner Meinung nach das Christentum attraktiv?“

Interessant, dass genau diese Frage mich schon so lange beschäftigt und dass sie mir heute wieder über den Weg läuft, nachdem ich mich in den letzten Tagen immer und immer wieder damit beschäftigt habe. Deswegen widme ich diesen BLOG-Eintrag auch dieser Frage…

Wenn wir als Christen in einer guten Beziehung mit Gott stehen, dann werden wir unweigerlich den Wunsch immer mehr verspüren, unsere Freunde, Bekannte, Verwandte, Arbeitskollegen und Schulfreunde auch mit Gott in Verbindung zu bringen. Aber was bedeutet in Bezug auf Gott eine gute Beziehung? Ich denke – wie auch in zwischenmenschlichen Beziehungen – ist es wichtig, die andere Person wirklich kennen zu lernen, mit ihr zu reden und vor Allem Zeit mit ihr zu verbringen. Wirklich kennenlernen kann ich eine Person nicht, wenn ich mir nur einmal in der Woche eine Stunde Zeit nehme um mir anzusehen, wie andere ihre Beziehung mit der Person leben. Sprich: Wenn ich Gott kennenlernen möchte reicht es nicht aus, einmal am Sonntag in die Kirche zu gehen und mir anzusehen, wie ein Pastor mit Gott lebt. Ich muss selbst die Initiative ergreifen, ich muss mich auf den Weg machen und ich muss Gott kennenlernen wollen. Gott drängt sich nicht auf, er überlässt es schon mir selbst, ob ich IHN kennenlernen möchte oder nicht. Und wenn ich mich auf den Weg mache und Gott kennenlernen will, dann wird er reagieren, dann wird er den Kontaktwunsch erwidern. Gott sagt: „Sucht mich und ihr werdet mich finden.“

Und wenn ich Gott gesucht und gefunden habe, dann wird das Auswirkungen auf mein Leben haben, dann möchte ich, dass meine Mitmenschen diesen genialen Gott ebenfalls kennenlernen, dass er meinen Freunden, meiner Familie, meinen Kollegen auch begegnet. Alles andere wäre doch unnormal bzw. ich bin jemand, der seinem Nächsten nichts Gutes wünscht.

Die Frage, die sich mir dann geradezu aufdrängt ist diese: Warum platzen unsere Kirchen nicht längst aus allen Nähten, warum scheint das Christentum bzw. Gott so unattraktiv, warum entscheiden sich nicht viel mehr Menschen für Gott? Ist Gott unattraktiv? Ist Gott langweilig? Oder hat es da eine Verschiebung von Werten gegeben mit der Auswirkung, dass unsere Kirchen immer leerer werden, dass Gottes Allmacht immer weniger vertraut wird, dass wir keine oder nur wenige Wunder erleben? Sind wir als seine Kinder vielleicht daran schuld?

Wer oder was macht das Christentum attraktiv? Sind es attraktive Programme, beeindruckende Kirchengebäude?Können Programme Menschen in Deutschland überwältigen und überzeugen, Christ zu werden? Eine Beziehung mit dem lebendigen Gott einzugehen? Können tolle Räume Gottes Größe zeigen, seine Herrlichkeit den Menschen näher bringen? Ich glaube, dass diese Werteverschiebung der Grund für die vielen Kirchenschließungen ist.

Was wäre, wenn Großzügigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, echte Liebe zueinander das ist, was Menschen von uns Christen wahrnehmen? Was wäre, wenn sie in unseren Kirchen wirklich Gott begegnen würden? Was wäre, wenn wieder Wunder geschähen, weil die Kraft des heiligen Geistes wirksam ist und nicht unterdrückt wird?

Ich glaube… und davon bin ich überzeugt… dann würde genau das geschehen, was nach dem Satz in Apostelgeschichte 5 steht: „Immer mehr Menschen fanden zum Glauben an den Herrn – Männer wie Frauen.“ (Apostelgeschichte 5, 14)

Ich finde es wert, über diesen Satz neu nachzudenken und zu handeln. Gott segne Euch als Leser dieses Blog-Eintrages und unser Land – zu seiner Ehre!

Danke an „MeetingJesus“ für den Impuls!

September 10, 2013

Ende der Sommerpause

Ich stelle gerade fest, dass mein letzter Eintrag echt lange her ist, aber die Auszeit war gut und wichtig…

Nach den stressigen Wochen durch die Überschwemmung und den darauf folgenden Renovierungsarbeiten, dem Umzug unserer lieben Tochter nach Düsseldorf war der Urlaub echt ein Geschenk Gottes, das wir dankbar angenommen haben. Wir durften ein super Zeit mit viel Erholung und Erfrischung auf der Insel Brac in Kroatien erleben.

Ich durfte diese Zeit auch nutzen, um viele Fragen, die uns derzeit beschäftigen, vor Gott auszubreiten und mit ihm zu besprechen. Dabei ist mir ein Lied sehr wichtig geworden und ich habe es mir immer wieder angehört. Es ist das Lied „Oceans“, das so einen guten Text hat:

Dieses wunderschöne Lied drückt das so gut aus, was wir im Moment spüren, dass Gott uns „auf das Wasser ruft“, heraus aus der Sicherheit und hinein in das Unbekannte. Immer deutlicher wird mir, dass ich genau da die Chance habe, Gott zu sehen, IHN und sein Wirken zu erleben. Ehrlich gesagt sind da auch immer wieder die Momente, wo ich die Wellen sehe, die mir Angst machen könnten. Aber ich möchte meine Augen fest auf Gott richten, der an unserer Seite ist, dessen Gnade, Versorgung und Liebe kein Ende hat.

Da durften wir in den letzten Wochen Entscheidungen treffen, die aus menschlicher Sicht schon nicht ohne waren, z. B. die Anmietung einer Praxis in Hagen-Haspe, in der wir nun Menschen begleiten dürfen. Da war die Entscheidung von Heike, besonders (jungen) Menschen mit Essstörungen weiterzuhelfen und sich auf ein größeres Projekt einzulassen. Auch da sind wir gespannt, wie Gott die Sache weiterführen wird und welche nächsten Schritte wir mit IHM gehen sollen.

Ein ähnlicher Schritt „auf das Wasser“ war vor 1,5 Jahren die Entscheidung, einen neuen Jugendgottesdienst MYP-Public zu starten. Wir haben damals viel von Gott erwartet, aber das, was daraus geworden ist, sprengt unsere Vorstellung komplett. Vorgestern durften wir mit unseren Freunden vom B.A.S.E.-Jugendgottesdienst in Köln einen ersten gemeinsamen Gottesdienst im E-Werk feiern. Ich stehe heute noch sehr unter dem Eindruck dieses Abends, wo Gott sich so deutlich offenbart und Menschen überzeugt hat, IHM nachzufolgen. Weit über 1000 meist jugendliche Besucher kamen ins E-Werk, um Gott in Einheit zu feiern, ihm die Ehre zu geben.

Wenn Du das verpasst haben solltest, dann kannst Du die Predigt hier noch einmal anhören:

Auch das Thema des Abends „Unity“ hat mir eins ganz klar gemacht: „Es ist wichtiger, Eins zu sein als Recht zu haben“. Dieses Zitat von Freimut Haverkamp (Pastor der Hillsong-Church Germany), der an diesem Abend predigte, wird hoffentlich bei mir und allen Besuchern hängen bleiben und Einfluss auf unser Leben, auf unsere Familien und Gemeinden haben. Freimut hat es so gut verdeutlicht, wie wichtig Jesus diese Bitte um Einheit war. Ich für meinen Teil möchte aktiv daran mitarbeiten, diese Einheit zu leben.

Sehr gespannt sind wir, welche Antworten Gott uns auf einige weitere Fragen geben wird, die wir haben. Sicher glaube ich, dass Gott uns gerne auf das Wasser ruft, hinein in das Unbekannte, wo wir IHN finden können. Darauf freue ich mich.

Juli 29, 2013

Eindrücke Hillsong Conference 2013 London

Wir sind frisch zurück von der Hillsong Conference 2013 in der O2-Arena in London und stehen noch sehr unter dem Eindruck von dem, was Gott getan hat und wie ER sein Reich baut. In drei Night-Sessions und zwei kompletten Konferenztagen unter dem Motto „This is Revival“ gab es neben ausgiebigem Lobpreis mit Hillsong Live, Hillsong London, Chris Tomlin, Kari Jobe und vielen weiteren Sängern und Bands reichlich Input und Predigten von Bobbie und Brian Houston (Hillsong Sydney), Louie Giglio (Passion City Church Atlanta), Judah Smith (The City Church, Seattle), Christine Caine (A21) u. A.

Wenn wir nur einen Punkt hätten mitnehmen können, dann diesen: Die Kirche stirbt nicht aus, im Gegenteil, sie steht am Anfang einer neuen Ära und wir dürfen Teil dieser Ära sein. So wird auch die Konferenz nächstes Jahr unter dem Motto „No other name than JESUS“ stehen. Wenn das in mir, in uns, in den Kirchen und Gemeinden das zentrale Motto ist, dann werden die Häuser schon bald nicht mehr reichen. Und darauf freue ich mich sehr!

Ich wünsche jedem, der das hier liest, dass er oder sie es selbst erleben darf, vielleicht nächstes Jahr im Juli in London.

Hier noch zwei kleine Eindrücke:

Juli 23, 2013

Hillsong Conference London

Morgen ist es endlich soweit und wir brechen zur Hillsong-Conference 2013 nach London auf. Ich freue mich so sehr darauf, zusammen mit ca. 16.000 weiteren Königskindern ganz viel von Gott zu erwarten. Gott selbst soll in den drei Konferenztagen im Mittelpunkt stehen, ER allein soll jedes Herz berühren und ER allein soll in mir und in jedem Besucher ein Feuer anzünden, das dann mit jedem von uns zurück an seinen Ort kommt, an viele Orte in ganz Europa. Gespannt bin ich auf das Thema „This is revival“ (Das ist Erweckung), das mich schon so lange begleitet und mich immer neu motiviert, mit aller Kraft, mit Verstand und besonders mit Herz an seinem Reich mitzubauen, darein zu investieren und Menschen mit IHM in Kontakt zu bringen.

Ich bin überzeugt, dass ich eine gewaltige Erweckung in Deutschland erleben werde, dass Menschen zu hunderten, ja zu tausenden zu Gott finden werden, weil die Zeit reif ist, weil so viele Menschen um Erweckung beten. Gott wird diese Gebete nicht unerhört lassen. Teilweise dürfen wir die Anfänge dieser Erweckung bereits erleben und dafür sind wir Gott sehr dankbar. Aber wir erwarten mehr, wir erwarten viel mehr!

Besonders freue ich mich auch auf die ausgiebigen Worship-Zeiten mit Hillsong-Live, Chris Tomlin und Kari Jobe  und auf die Predigten, z. B. von Brian Houston und Judah Smith.  Samstag geht es dann wieder nach Hause und direkt weiter zur gemeinsamen Kennenlernparty des B.A.S.E.- und MYP-Teams. Was eine Oase in dem ganzen Stress und Chaos der letzten Wochen.

Gott ist gut und Gott beschenkt uns. Vielen Dank dafür!

Juni 14, 2013

„Das ist Erweckung“ oder „Mit dem Fahrrad nach London“

Heute startet der 40-tägige Countdown bis zur Hillsong-Conference im Juli in London. In Vorbereitung auf diese Konferenz startet heute auch das 40-tägige Andachtsheft mit dem Titel „Das ist Erweckung – Erweckung beginnt mit mir“. Persönlich bin ich sehr gespannt auf diese 40 Tage und auf das, was Gott mir in den nächsten 40 Tagen und dann auf der Konferenz mitteilen wird.

Das Thema „Erweckung“ läuft mit in den letzten Monaten und Jahren immer öfter über den Weg. Waren es erst Geschichten über Erweckungen, die andere Menschen in vergangenen Zeiten erlebt hatten und die mich fasziniert haben, darf ich in letzter Zeit immer mehr erleben, dass das, was Erweckung ausmacht, auch in meinem Umfeld passiert. Da geht es nicht mehr um Storys aus dem tiefen Afrika oder frühen Amerika, die von manchen vielleicht mit viel Skepsis betrachtet werden, da geht es um Erlebnisse mit Gott, die hier und heute passieren. Erweckung bedeutet für mich, dass es Menschen gibt, die – ganz platt gesagt – schlafen, schlafen in ihrem Alltag, schlafen in ihrer vielen Beschäftigung, schlafen in ihrem Wohlstand und nicht mitbekommen, dass es viel wichtigere Dinge gibt. Ein solcher Schläfer schreibt gerade diese Zeilen… Erweckung bedeutet für mich aber auch, dass es ein Aufwachen aus diesem Schlaf gibt, die Erkenntnis, dass Gott etwas Großes mit meinem Leben vorhat, dass ER mich dafür nicht braucht, aber dass ER es liebt, mit mir SEINEN Plan umzusetzen. Es geht bei Erweckung für mich auch nicht darum, Hallen und Stadien bei Gottesdiensten vollzumachen um des Vollmachens willen, es geht darum, dass Jesus in meinem Leben den Platz bekommt, den er verdient, dass ER mich füllen darf mit dem heiligen Geist, dass ich IHN liebe mit ganzem Herzen, mit aller Kraft und ganzem Verstand und dass ich meine Mitmenschen lieben lerne, wie mich selbst. Und das wiederum wird zur Folge haben, dass Hallen und Stadien gefüllt werden mit Menschen, die genau das auch erleben möchten. Das ist für mich Erweckung!

Es begeistert mich, wenn ich dieses Verlangen nach Gott in Menschen sehe und erleben darf, wenn ich sehe, was manche Menschen an Anstrengungen in Kauf nehmen, um da zu sein, wo Gott versprochen hat, in der Mitte zu sein. Das betrifft besonders viele junge Menschen, bei denen ich dieses Verlangen erlebe. Ein Beispiel sind zwei junge Männer, die kein Geld haben, um z. B. auf dieser Konferenzim Juli in London dabei  zu sein, die sich keinen Flug leisten können. Aktuell planen diese Beiden mit dem Fahrrad nach London zu fahren. Ich finde das große Klasse!!! Und so darf ich viele weitere Bestrebungen sehen und erleben die mir zeigen, dass Gott ganz nah dran ist an diesen Menschen, sie zu berühren, mit Ihnen sein Reich zu bauen und Großes mit ihrem Leben anzufangen, zu SEINER Ehre und für andere Menschen zum Heil. Danke Gott, dass ich Teil dieser Erweckung sein darf. Ich wünschte mir, dass die vielen Gebete von Christen aus unserem Land und auch aus vielen anderen Ländern bald in Erfüllung gehen und Du Dich wie noch nie in unserem Land zeigst.

Die heutige Andacht zum Thema „Erweckung“ hat als Bibelvers diesen Text aus Psalm 90,12: „Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen!“

Mai 28, 2013

schreiende Steine zur Ehre Gottes

Irgendwie geht mir die Begebenheit von Jesus Einzug in Jerusalem nicht mehr aus dem Kopf, über die ich gestern etwas geschrieben habe. Was war es, das die Menschenmenge veranlasste, ihre Mäntel auszuziehen und auf die Straße zu legen, damit ein Esel mit einem Mann darauf über die Mäntel reiten konnte? Was veranlasste die Menschen dazu, Palmenzweige von den Palmen abzureissen, um sie vor dem Mann auf dem Esel auszubreiten? Was veranlasste sie dazu, folgende Sätze immer und immer wieder zu rufen: »Gepriesen sei der Sohn Davids! ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹ Gepriesen sei Gott in der Höhe!«? Sicher war das für die damalige Zeit ein ganz normales Bild, was jeden Tag hundertfach zu sehen war. Ein Mann, der auf einem Esel sitzt und die Straße entlang reitet… Was war dieses Mal anders? Sicher gab es damals auch einen Peinlickeitsfaktor, der die Menschen dreimal überlegen ließ, etwas zu tun oder es besser sein zu lassen. Warum taten die Menschen so etwas Komisches?

Ich stelle mir vor, diese Begebenheit würde heute, ca. 2000 Jahre später stattfinden. Aus dem Standard-Esel ist ein Standard-Kleinwagen geworden. Vielleicht ist es ein Cabriolet und darin sitzt ein Mann, so dass man ihn von außen sehen kann. Solch ein Bild erleben wir heute auch hundertfach an jedem Tag und … ehrlich gesagt, habe ich noch nie in meinem Leben Eichenzweige abgerissen, um sie vor dem Cabriolet auf die Straße zu legen, geschweige denn dem Mann in dem Auto in solch einer Form zugejubelt.

Was ging da also vor 2000 Jahren vor sich in dieser Begebenheit? Was hat dieser eigentlich ganz normalen Situation die Würze, das Besondere gegeben? Es war sicher nicht der besonders starke 2-PS-Esel, es waren nicht die Mäntel der Menschen auf dem Boden, es waren auch nicht die Pharisäer und Schriftgelehrten, die wieder einmal mehr etwas auszusetzen hatten, es war auch nicht ein spontaner, emotionaler Höhenflug der Menschen, nein es war die manifeste Gegenwart Gottes in Person von Jesus Christus, die diese Alltagssituation zu einer Situation machte, in der Menschen nicht mehr anders konnten, als so zu handeln, wie sie handelten, das zu rufen, was sie riefen. Zuerst waren es die Jünger, dann die umherstehenden Menschen und später war es die ganze Stadt, die in Aufruhr kam.

Ich stelle mir vor, eine äußerst wichtige und mächtige Person kommt in eine Großstadt. Nehmen wir zum Beispiel Barak Obama, der (so viel ich weiss) im nächsten Monat nach Berlin kommt. Sicher werden da enorme Sicherheitsvorkehrungen getroffen, sicher werden Menschen an der Strecke stehen, die er vom Flughafen zu seinem Hotel fahren wird, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Aber schon ein paar Straßen weiter wird das Leben wie gewohnt weitergehen und man wird noch nicht einmal merken, dass eine wichtige Person in der Stadt ist. Anders damals in Jerusalem: Die ganze Stadt war in Aufruhr. Welche Power bewirkt alleine die Gegenwart des Höchsten, dass eine Großstadt wie Jerusalem in Aufruhr gerät, alleine wenn er auf einem Esel in die Stadt reitet!

Mich beeindruckt diese Geschichte heute noch einmal ganz neu. Ich habe mir dieselbe Begebenheit gerade im Evangelium nach Lukas durchgelesen. Dort finde ich noch eine weitere ganz interessante Aussage. Als die Menschen Jesus Ehre geben, erheben die Pharisäer Einspruch und sagen ihm, dass er seinen Jüngern solche Sätze verbieten soll. Was Jesus darauf sagt ist phänomenal. Er sagt: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!« Diese Aussage ist echt krass. Für mich bedeutet das, dass ich in Gottes Gegenwart einfach nicht ruhig sein kann, dass selbst die Steine sein Lob hinausschreien werden, sollten wir Menschen schweigen. Für mich zeigt diese ganze Geschichte aber auch, dass Dinge, die im ersten Augenblick unlogisch oder unvernünftig sind (z. B. die Palmenzweige vor dem Esel ausbreiten) zur Ehre Gottes dienen. Mir persönlich macht das Mut, vor Gott so sein zu dürfen, wie es der Situation angemessen ist und ich micht nicht verstellen muss oder einer Tradition oder einer speziellen Liturgie folgen muss. Wenn Gottes Gegenwart da ist, dann ist sie da und ich kann und möchte mich nicht dagegen wehren. Wenn Gottes Gegenwart mich zum Tanzen bringt, dann tanze ich, auch wenn das aus meinem Empfinden sicher nicht schön ist 😉 , wenn ich Sätze zum Lob Gottes aussprechen soll, dann spreche ich sie aus. Wenn Gottes manifeste Gegenwart mich auf die Knie bringt, dann gehe ich auf die Knie. Das jedenfalls wünsche ich mir sehr, dass wir nicht darauf achten, was mein Nachbar macht oder was die Gesellschaft vorschreibt, sondern dass ich darauf achte, wann Gott einzieht und das unter keinen Umständen verpasse.

Was in der Begebenheit in Mätthäus 21 nicht steht, steht in der Schilderung dieser Geschichte in Lukas 19. Was macht Jesus nach diesen Erlebnissen mit den Menschen, die ihm Ehre gaben und den Menschen, die diese Ehre verhindern wollten? Jesus weint über Jerusalem. Er empfindet plötzlich, dass es Menschen gibt, die verloren sind, er sieht das kommende Gericht für Jerusalem und er sieht, dass die Menschen dieses Gericht miterleben müssen, weil sie Gott nicht erkannt haben. Wörtlich heisst es dort: »Sie werden dich zerstören und deine Kinder, die in dir wohnen, zerschmettern und werden in der ganzen Stadt keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit, in der Gott dir begegnete, nicht erkannt hast.«

Es scheint mir so, als wolle Gott mir heute sagen, dass ich darauf achten soll, dass ich IHN nicht verpasse. Vielleicht gilt das auch für unsere Kirchen und Gemeinden. Sicher ist er da, wo zwei oder drei sich in seinem Namen versammeln, aber kann es sein, dass wir IHN manchmal oder sogar oft, hoffentlich nicht immer, verpassen? Offensichtlich scheint das möglich zu sein. Wie oft habe ich die Zeit, in der Gott mir begegnete, nicht erkannt?

Über diese Frage und folgende weitere möchte ich gerne nachdenken:

  • Wie kann ich Gottes Gegenwart erkennen?
  • Wie gehe ich mit Gottes Gegenwart um?
  • Welche Formen, Traditionen, Liturgien muss ich ablegen, um offen zu sein für die Gegenwart Gottes?
  • Wie kann ich dem heiligen Geist erlauben, mir seine Gegenwart immer mehr bewusst zu machen?
  • Was würde in meiner Kirche oder Gemeinde passieren, wenn sich Gottes Gegenwart manifestieren würde? Was würde sich ändern?
  • Was würde Gottes Gegenwart mit meiner Stadt anstellen?
  • Möchte ich überhaupt, dass ich in Gottes Gegenwart eintrete oder hindert mich da etwas?
  • Möchte ich in Gottes Gegenwart sein oder möchte ich Menschen gefallen?
  • Ist es mir egal, was Gottes Präsenz mit mir macht oder möchte ich schon noch ein wenig Kontrolle über mich behalten?
  • Urteile ich über Menschen, die Gottes Gegenwart genießen und merke dabei vielleicht nicht, dass Gottes Gegenwart gerade an mir vorbeigezogen ist?

Zugegeben, das sind viele Fragen. Ich glaube aber, dass es sich lohnt, über diese Fragen intensiv nachzudenken und mit Gott darüber zu sprechen. Persönlich möchte ich jedenfalls bereit sein, in Gottes Gegenwart zu treten, auch wenn sie mich sicher umhauen wird.

Seid gesegnet!

 

Mai 27, 2013

Die Gott nachjagen…

…lautet der Titel eines Buches von Tommy Tenney, das ich gestern angefangen habe zu lesen, wobei „lesen“ eigentlich der falsche Begriff ist. „Verschlungen“ trifft es deutlich besser. Tenney berichtet in seinem Buch davon, wie sich sein Leben nach einer tiefen Begegnung mit Gott drastisch verändert hat. Er vergleicht dieses „Gott nachjagen“ mit dem Fangenspielen, was jeder Vater von seinen Kindern kennt. Ein Kind kann in der Regel keinen Erwachsenen fangen. Meist reichen kurze Bewegungen des Vaters nach rechts oder links aus, um dem Gefangenwerden zu entrinnen. Weil es für den Vater aber so schön ist zu sehen, wie sein Kind ihn fangen möchte, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo sich das Spiel umdreht: Der Vater wird das Kind fangen, das Kind wird weglaufen, aber der Vater fängt das Kind und die beiden toben, sie knuddeln sich auf dem Boden herum, das Kind, das den Vater fangen wollte, wird vom Vater gefangen, das Kind wird zum Gefangenen des Vaters. Ist das nicht ein cooles Bild? Gott lässt sich nicht lumpen, wenn wir IHN suchen, wird er sich finden lassen, ja, noch mehr, ER wird uns gefangen
nehmen, und mit aller Ehrfurcht gesagt, ER wird mit uns herumtoben, wie ein Vater mit seinem Kind tobt, er wird mit uns knuddeln.

Nach diesem ersten Bild, was ich sehr genossen habe, kommt Tenney auf einen Bibeltext zu sprechen. Es geht um die Begebenheit, wie Jesus auf einem Esel reitend in Jerusalem einzieht. In Matthäus 21 steht darüber Folgendes:

„… Scharen von Menschen breiteten ihre Mäntel auf dem Weg aus; andere hieben Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg. Vor und hinter Jesus drängten sich die Menschen und riefen: »Gepriesen sei der Sohn Davids! ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹ Gepriesen sei Gott in der Höhe!« So zog Jesus in Jerusalem ein. Die ganze Stadt geriet in Aufregung, und alle fragten: »Wer ist dieser Mann?« Die Menge, ´die Jesus begleitete,` antwortete: »Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa.«

Da, wo Jesus in Erscheinung trat, gab es Bewegung, Faszination. ER heilte und von IHM ging etwas aus, was Menschen berührte, sie dazu bewegte, IHM zuzujubeln. Es heisst dort: „die ganze Stadt geriet in Aufregung“ und Jerusalem war keine kleine Stadt…

In der Geschichte geht es dann weiter, dass Jesus in den Tempel geht und alles daraus entfernt, was da nichts zu suchen hat, z. B. die Geldwechsler und Taubenverkäufer. Sein Haus hatte man zu einem Haus gemacht, in dem es um ganz andere Dinge ging als um Gott. Nachdem Jesus alles entfernt hatte, was im Tempel nicht zu suchen hatte steht dann im Bibeltext: „Während er im Tempel war, kamen Blinde und Lahme zu ihm, und er heilte sie. Aber die Wunder, die er tat, und der Jubel der Kinder, die im Tempel riefen: »Gepriesen sei der Sohn Davids!«, erregten den Unwillen der führenden Priester und der Schriftgelehrten. »Hörst du eigentlich, was die da rufen?«, sagten sie zu ihm. »Gewiss«, erwiderte Jesus. »Habt ihr das Wort nie gelesen: ›Unmündigen und kleinen Kindern hast du dein Lob in den Mund gelegt‹?«

Was sagt dieser Bibeltext? Mir sagt er, dass auch wir heute vielleicht nicht mehr Jesus im Fokus haben, wenn wir uns als Kirche oder Gemeinde treffen. Erwarten wir wirklich SEINE Gegenwart oder sind wir nicht manchmal wie die führenden Priester oder Schriftgelehrten, die damals vielleicht im Tempel auf den Knien lagen und Gott baten, dass der verheißene Messiahs doch endlich kommt und gar nicht mitbekamen, dass er gerade auf dem Esel reitend draußen in Jerusalem einzog. Vielleicht sind wir außerdem sogar so, dass wir das Schreien der Leute, das Laute, das Jubeln verurteilen, weil wir uns vielleicht in der eigenen Andacht gestört fühlen? Und dabei ist der Grund für das Laute,
für den Jubel und das Schreien die Gegenwart des lebendigen Gottes, die Faszination über seine Person, das beeindruckt sein über die Person, die Leben bringt, die Heilung bringt, die sich um die Menschen kümmert.

Tenney rüttelt in seinem Buch echt an einigen Traditionsfundamenten, aber er bringt es auf den Punkt, was unsere Kirchen und Gemeinden heute davon abhält, Gott echt zu erleben, seine Größe zu sehen. Er vergleicht unsere Kirchen mit einem Backhaus. In diesem Vergleich sieht er Gott als das Brot an (ist übrigens ein tolles biblisches Bild: die Schaubrote waren ein Bild von der Gegenwart Gottes). Wenn im Backhaus kein Brot mehr ist, wenn die Öfen nicht mehr geheizt werden und nur noch Krümel der Brote aus vergangenen Zeiten vorhanden sind, dann wird es die Menschen nicht in das Backhaus ziehen. Höchstens diejenigen, die ihre Freude daran haben, die Stellen zu sehen, wo einmal frisches Brot gebacken wurde oder die Regale zu begutachten, die einmal das Brot getragen haben. Wie unglaublich anders wäre es, wenn aus der Backstube der Duft von frisch gebackenem Brot hervorströmen würde, wenn die Regale gefüllt wären mit knusprigen, wohlriechenden Broten, die Menschen würden nur so strömen, sie würden Schlange stehen, um endlich auch so ein Brot zu bekommen. Wie wäre es, wenn aus unseren Kirchen der „Duft von Gott“ strömen würde, wenn die Regale gefüllt wären mit SEINER Herrlichkeit, wenn ER selbst so präsent wäre, dass die Menschen gar nicht anders könnten, als herein zu kommen, Gott zu loben, IHN anzubeten und IHM zuzujubeln. Ein Traum? Ich bin überzeugt, dass es kein Traum bleiben muss. Ein kleines Stück dieser Vision durften wir am vergangenen Wochenende erleben. Gottes Gegenwart war sehr deutlich und es geschahen Zeichen und Wunder, in seinem Namen.

Mein Gebet ist es, dass ich Gott immer mehr nachjagen und IHN „fangen“ möchte, damit ER mich gefangen nimmt. Mein Gebet ist es, dass aus den vielen Backstuben schon sehr bald wieder der frische „Duft“ von Gott selbst strömt und dass die Menschen in unseren Städten nicht mehr anders können, als sich ihr Brot abzuholen.

Vater, Dein Reich komme, wie im Himmel, SO AUF ERDEN!

Das Lied „Freedom is here“ sagt genau das, wonach sich mein Herz sehnt. Dort heißt es: „Take the limits off, no matter what the cost, I´m running after your call. And i will run this race, see you face to face, so let your power overflow.“ Diese manifeste, greifbare Gegenwart des Höchsten möchte ich mehr und mehr erleben.

Herr, bitte nimm alle trockenen Krümel aus der Backstube und ersetze sie durch frisches Brot. Herr, bitte nimm alles aus unseren Kirchen und Gemeinden weg, was lediglich eine Erinnerung an Dich hervorruft und uns davon abhält, Dich selbst in Deiner Größe und Herrlichkeit und Allmacht zu sehen. Ziehe DU selbst ein und lass uns Deine Wunder sehen.

Sehr inspirierend fand ich den Bibeltext aus Hesekiel 47. Überschrieben ist der Abschnitt mit „Der Strom der Heilung“. Lies diesen Text mal ganz in Ruhe durch und mach Dir die Gegenwart Gottes bewusst. So möchte ich unsere Kirchen und Gemeinden sehen, dass Segen unter den Schwellen hervorquillt und das Land durchflutet, in Jesus Namen.

Dann brachte der Mann mich zurück zum Eingang des Tempels. Dort sah ich, wie unter der Schwelle des Tempels Wasser hervorströmte und nach Osten floss – denn die Vorderseite des Tempels zeigte nach Osten. Das Wasser lief unten an der südlichen Seitenwand, südlich vom Altar, hinab. Der Mann brachte mich durch das nördliche Tor und führte mich außen herum zum äußeren östlichen Tor. Dort sah ich, dass das Wasser aus der südlichen Seitenwand herausfloss. Der Mann hatte eine Messrute in der Hand und ging nach Osten. Und er maß 1.000 Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen. Das Wasser reichte mir bis zum Knöchel. Er maß weitere 1.000 Ellen ab und ließ mich wieder durch das Wasser gehen. Diesmal ging es mir bis ans Knie. Er maß noch einmal 1.000 Ellen ab und ließ mich wieder hindurchgehen. Es reichte mir nun bis zur Hüfte. Dann maß er noch einmal 1.000 Ellen ab, und da war es ein Strom, so tief, dass ich nicht mehr hindurchgehen konnte. Der Fluss konnte nur noch schwimmend durchquert werden, man konnte nicht mehr hindurchgehen. Er fragte mich: »Hast du das gesehen, Menschenkind?« Dann führte er mich am Flussufer entlang wieder zurück. Als ich zurückging, sah ich auf einmal, dass auf beiden Seiten des Flussufers Bäume wuchsen. Da sagte er zu mir: »Dieses Wasser fließt Richtung Osten in die Araba und mündet dort ins Tote Meer. Wenn es hineinfließt, heilt es das Wasser des Toten Meeres. Alles, was sich regt und bewegt, wohin das Wasser kommt, wird leben. Es wird sehr viele Fische geben, denn dieses Wasser kommt dorthin und macht das Salzwasser gesund. Wohin dieses Wasser fließen wird, dort wird alles leben. Von En-Gedi bis nach En-Eglajim werden Fischer am Ufer des Toten Meeres stehen und fischen. Man wird dort die Netze aufspannen. Alle Arten von Fischen werden es erfüllen, so zahlreich wie im Mittelmeer. Doch die Teiche und Lachen daneben werden nicht gereinigt werden; sie sollen der Salzgewinnung dienen. Auf beiden Seiten des Stroms werden alle Arten von Obstbäumen wachsen. Die Blätter dieser Bäume werden niemals welken; an ihren Zweigen werden immer Früchte hängen. Jeden Monat wird eine neue Ernte heranreifen! Denn sie werden vom Fluss, der im Tempel entspringt, bewässert. Ihre Früchte werden als Nahrung dienen und ihre Blätter als Heilmittel.

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