Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


April 16, 2013

Bombenterror beim Boston-Marathon

Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man plötzlich Meldungen im Internet oder im Fernsehen liest oder sieht, dass es gezielte Bombenanschläge gegegben hat. Schnell kommen Eindrücke, Gedanken und Bilder hoch, die ich vom 11. September 2001 noch kenne. Damals erstarrte das öffentliche Leben, als Meldungen zum Anschlag auf das World-Trade-Center in New-York und die diversen Flugzeugabstürze in den USA die Runde machten. Gestern Abend kamen in mir plötzlich diese Bilder wieder, als ich die ersten Einträge auf Facebook und N-TV las.

Was bewegt Menschen dazu, solch ein Unheil und Massaker unter anderen Menschen anzurichten? Wie groß muss der Hass von Menschen sein, solch ein Verbrechen zu begehen? Wie viel Macht muss Satan über solche Menschen haben???

Gerade las ich einen Bericht über einen achtjährigen Jungen, der am Zieleinlauf mit seiner Schwester und Mutter auf seinen Vater gewartet hat. Dieser Junge sei, als sein Vater im Ziel einlief, voller Freude und Stolz zu ihm gerannt und, nachdem der Vater die Ziellinie passiert hatte, wieder zurück zu seiner Schwester und Mutter gelaufen. Dann sei genau an dieser Stelle die Bombe explodiert. Der achtjährige Junge wurde dabei getötet, die Schwester hat ein Bein verloren, die Mutter liegt ebenfalls schwerverletzt im Krankenhaus. Wenn ich diese Geschichte lese und mir die Situation vorstelle, dann könnte ich einfach nur heulen. Wie grausam können Menschen sein, anderen Menschen so etwas anzutun? In welcher Dunkelheit und Gottesferne leben die Täter? Ich bete, dass Gottes Licht diese Menschen erreicht und ich bete, dass die Opfer Gottes Nähe erleben und spüren können.

Wahrscheinlich kommt jetzt auch wieder die Frage auf, warum Gott das zulassen konnte. Ehrlich gesagt, ich habe mir diese Frage in mancher Situation auch schon gestellt. Für mich habe ich eine Antwort auf solche Fragen gefunden. Gottes Wesen ist Liebe und Gott hat den Menschen in seinem Bild geschaffen. Somit ist sein Plan mit mir und mit den Menschen ebenfalls auch von unendlicher Liebe gekennzeichnet. Gott kennt keine Gemeinheiten, kein Mobbing, er IST Liebe. Und diese Liebe kann nur in Freiheit existieren, sie kann nicht erzwungen werden, sonst wäre es keine Liebe. Gott gibt also jedem Menschen die Wahl, sich für Liebe in Freiheit zu entscheiden oder eben auch nicht. Gott möchte den Menschen nicht wie eine Marionette fernsteuern, jeder Mensch hat die Wahl zwischen Liebe und Hass. Je nachdem wie ich mich entscheide, wird aus dieser Entscheidung entweder Liebe hervorgehen oder – wenn ich mich gegen die Liebe entschieden habe – Hass. Für mich ist also nicht die Frage „Wie kann Gott das zulassen?“ sondern „Warum entscheiden sich Menschen für Hass?“. Ich habe bei dieser Frage einmal folgenden Text gelesen unc ich finde, da steckt so viel Wahrheit drin:“Ich glaube, Gott ist zutiefst traurig darüber, genauso wie wir.

Aber seit so vielen Jahren sagen wir Gott,
dass er aus unseren Schulen verschwinden soll,
aus unserer Regierung verschwinden soll,
aus unserem Leben verschwinden soll.
Und Gentleman, der er nun eben ist,
hat er sich, glaube ich, still und leise zurückgezogen.

Wie können wir von Gott erwarten,
uns seinen Segen zu spenden
und uns seinen Schutz zu gewähren,
wenn wir von ihm verlangen,
uns alleine zu lassen?“

In einer WhatsApp-Gebetsgruppe mit 35 Teens war heute morgen auch Boston mit den Bombenanschlägen Gesprächsthema. Einer der Jugendlichen schrieb dort sehr treffend: „Die Menschen brauchen Jesus“.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

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