Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


Februar 28, 2014

Das Gute an Karneval

Jetzt sind wir wieder mittendrin in der so genannten 5. Jahreszeit, dem Karneval. Je näher man sich in Richtung Rhein bewegt, desto mehr nehme ich diese fünfte Jahreszeit war. Sie lässt sich an unterschiedlichsten Dingen erkennen:

  • die sonst eher „grauen Mäuse“ strahlen farbenfroh in den ulkigsten Verkleidungen, in denen sie sich selbst verspotten würden, wenn sie sich in gleichem Outfit zwei, drei Monate später sehen würden
  • die sonst relativ gute Luft ist durchzogen von einem Geruchsmix aus Alkohol und Erbrochenem
  • seriöse Menschen werden zu Kindern und albern herum
  • Menschen, die zum Lachen sonst in den Keller gehen, können auf Grund von aufgemalten, starren und lachenden Clowngesichtern sehr, sehr fröhlich sein
  • in den öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Sondereinsatzkräfte der Polizei dafür sorgen, dass sich die prügelnden Mitfahrer nicht so schlimm verletzen, dass sie womöglich nicht mehr an den Umzügen teilnehmen können
  • Strassen, Gehwege und vor allem Bahnhofsbereiche werden zu öffentlichen Müllhalden und kostenlosen Schlafplätzen umfunktioniert
  • eine eigene Sprache wird benutzt und nur eingesessene Karnevalisten können wahrscheinlich erklären, welchen tieferen Sinn Wörter wie Alaaf, Helau und Wuppdika haben, die sie immer und immer wieder rufen

Zusammengefasst also eine Jahreszeit, auf die man sich doch wirklich in den vier anderen Jahreszeiten freuen sollte, oder? Was macht für Millionen Menschen den Reiz von Karneval aus? Das ist für mich wirklich die Frage bei all den „schönen“ Dingen, die diese Zeit mit sich bringt. Warum sudeln sich die Menschen so gerne im Dreck, warum verstecken sie ihr wahres Ich so gerne hinter den fröhlich scheinenden Masken? Warum ertränken sie so gerne ihre Probleme im Alkohol? Ich hörte in den letzten Tagen von Ehepaaren, die sich ganz bewusst für die Karnevalswoche voneinander verabschieden, getrennte Wege gehen, dem Partner ungezwungenen Sex mit egal wem zugestehen und sich gegenseitig versprechen nach dieser Woche wieder zusammen zu kommen und einfach weiter zu leben, als sei nichts geschehen. Wie krank ist das?!?

Man könnte jetzt meinen, ich sei ultrakonservativ oder gönne dem Menschen keine Freude. Ich freue mich zum Beispiel, wenn Kinder sich verkleiden und einfach Spaß dabei haben, ich gönne es ihnen von Herzen. Ich glaube aber, dass der Karneval bei vielen, vielen Erwachsenen ein Freibrief zum Sündigen ist. Wenn ich mich verkleiden muss oder Dinge im Verborgenen tue, dann ist da Dunkelheit und ich möchte nicht, dass Licht darein kommt. Wenn ich mich für eine Woche von meiner Frau verabschieden würde und würde ihr zugestehen, egal mit welchem Mann zu schlafen und sie würde es mir zugestehen, dann stimmt aus meiner Sicht ganz viel nicht, dann ist da ganz viel Dunkelheit im Herzen. Wie könnte ich dann in den anderen vier Jahreszeiten noch echte Freude erleben, wenn ich die Erlebnisse aus diesen Karnevalstagen in meinem Kopf hätte?

Die Überschrift dieses Beitrages lautet ja „Das Gute an Karneval“ und Du fragst Dich jetzt vielleicht, wo das Gute denn ist? Bisher habe ich ja nur Schlechtes geschrieben… Das Gute an Karneval ist für mich persönlich, dass

  • ich mich mit vier Jahresezeiten absolut zufrieden gebe und keine 5. Jahreszeit brauche
  • jeder Karnevalist so am eigenen Leib erleben und sehen kann, was tief in seinem Inneren (im Herzen) ist
  • dass Gott trotzdem und gerade wegen all dieser Dunkelheit mit offenen Armen da steht und auch jeden Karnevalisten zu einem viel besseren Leben einlädt, ein Leben in echter Freude und mit echtem Tiefgang
  • dass Gottes Vergebung ausreicht, um auch alle Sünden dieser Tage zu tilgen, wenn Du diese Vergebung annimmst

Ich lade Dich ein, diesen Gott kennenzulernen, vor dem Du keine Maske brauchst um froh zu sein, keinen Alkohol brauchst, um Deine Sorgen loszuwerden, der so viel mehr für Dich hat, nämlich Leben in Überfluss. Gott segne Dich!

 

 

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