Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


November 20, 2013

Mut vs. Angst

Kennst Du das? Du bist überzeugt, etwas tun zu müssen, weil es scheinbar Gottes Wille ist, Du so eine Art „heiligen Drang“ spürst und dann ganz massiv Fragen kommen wie

  • Was, wenn…? Dann …
  • Wie soll das funktionieren?
  • Was, wenn nicht?
  • Wer soll das bezahlen?

… und viele weitere Fragen. Also auf der einen Seite weisst Du genau, dieses oder jenes ist jetzt dran ist und auf der anderen Seite „wabbern“ so kleine Angstwellen gegen diese Überzeugung und werden mit der Zeit größer und bedrohlicher.

Heute las ich in der Bibel im alten Testament in Josua das erste Kapitel. Mose hatte Josua die Verantwortung für das Volk Israel übergeben, sie über den Jordan in das verheißene Land zu führen. Dieser Verheißung lief das Volk schon 40 Jahre hinterher und sie hatten viele Enttäuschungen in dieser Zeit hinnehmen müssen. Mose konnte die Erfüllung dieser Verheißung nicht mehr erleben, er starb vorher und übergab nun Josua die Verantwortung.

Mit welchen Gedanken muss sich Josua befasst haben? Ich glaube, er hatte gehörig Respekt vor dieser Aufgabe, sicher auch Angst, Angst den Auftrag nicht erfüllen zu können, Angst zu versagen usw. Und Josuas Aufgabe war ja auch kein „Äpfelchen“, im Gegenteil! Er wird die eine oder andere Angstwelle erlebt haben. Aber was macht Gott in dieser Situation? Er bestätigt diesen Auftrag und spricht Josua immer und immer wieder Mut zu. Alleine in diesem Kapitel stehen 10 mutmachenden Sätze:

  • Wohin ihr auch geht, werdet ihr Land betreten, das ich euch geschenkt habe
  • Solange du lebst, wird sich niemand gegen dich behaupten können
  • ich will bei dir sein, wie ich bei Mose war
  • Ich werde dich nie verlassen und dich nicht aufgeben
  • Sei stark und mutig
  • Sei stark und mutig
  • Sei stark und mutig
  • Hab keine Angst und verzweifle nicht
  • ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst
  • Sei stark und mutig

Mir zeigt das, dass Josua sicher nicht sehr selbstbewusst und ohne Angst an seinen Auftrag gegangen ist. Sonst hätte es Gott sicher nicht nötig gehabt, ihm das immer und immer wieder zuzurufen „SEI STARK UND MUTIG!“ Mir zeigt das aber auch, dass Gott mit ängstlichen Menschen viel anfangen möchte, ihnen viel zutraut, ihnen Aufgaben überträgt, die auf den ersten Blick vielleicht zwei oder drei Hausnummern zu hoch sind. Und wenn Gott das tut, dann steht er selbst an der Rennbahn am Rand und feuert mich an: „SEI STARK UND MUTIG!“ oder „DU SCHAFFST DAS!“ oder „ICH BIN BEI DIR!“. Ist das nicht cool? Wenn Gott beauftragt, dann gibt er auch Kraft. Gott ist kein Gott, der Menschen beauftragt und diese dann wie einen Waschlappen hängen lässt. Gott ist ein Gott, der zu seinem Wort steht.

Ich frage mich heute, wie ich mit den „wabbernden Angstwellen“ umgehe? Richte ich meinen Blick auf die Angstwellen und höre vor lauter Wellenklatschen gar nicht, wie Gott mich anfeuert? Wie er mit seiner Kraft am Start ist? Ich glaube, Gott möchte meine Angst umwandeln in ein ganz tiefes Vertrauen auf seine Gegenwart, auf seine Liebe, auf seine Hilfe. In 1. Johannes 4 stehen folgende Worte:

Wo die Liebe regiert, hat die Angst keinen Platz; Gottes vollkommene Liebe vertreibt jede Angst. Angst hat man nämlich dann, wenn man mit einer Strafe rechnen muss. Wer sich also noch vor dem Gericht fürchtet, bei dem ist die Liebe noch nicht zum vollen Durchbruch gekommen. Der tiefste Grund für unsere Zuversicht liegt in Gottes Liebe zu uns: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

Ich möchte „wabbernde Angstwellen“ austauschen gegen von Gott zugesprochenen Mut. Mut, die Dinge zu tun, für die er mich befähigt hat und Mut, den Auftrag auszuführen, den er für mich vorgesehen hat. Ich möchte seinem Auftrag nachkommen:

Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes  und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.

Und auch dieser Auftrag endet mit einem unglaublichen und mutmachenden Zuspruch:

Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.

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