Seelsorge, Psychotherapie (HPG) & Traumaberatung Heike und Andreas Timmler


September 13, 2013

Veranstaltungstipp

Gestern bekamen wir eine Einladung zu einem Themenabend „vergeben und verzeihen“ des Gemeindezentrums Dabringhausen in Wermelskirchen. In dem Einladungstext heisst es:

Der Kollege, der über mich lästert, der Nachbar, der mich ausschimpft, mein Partner, der mich hintergeht. In unserem täglichen Leben gibt es unzählige Situationen, die tiefe Spuren hinterlassen, uns belasten und uns gewissermaßen binden.

Hier kann das Vergeben dem Menschen helfen, wieder nach vorne zu schauen. Dabei geht es nicht darum, dem anderen etwas Gutes zu tun, sondern es geht vor allem um uns selbst, um unsere eigene seelische Gesundheit. So werden wir befähigt, auch Menschen zu verzeihen, die gar nicht um Vergebung gebeten haben.

Vergeben und verzeihen sind also hochaktuelle Themen, die mich ganz persönlich betreffen, die in meinem Leben relevant sind. Manchmal denke ich bei „vergeben“ nur, dass ich jemanden einen Gefallen tue, wenn ich der Person, die an mir schuldig geworden ist, diese Schuld vergebe. Aber ist es nicht so, dass Unvergebenheit am meisten mich selbst bindet? Dass mich Unvergebenheit bitter werden lässt? Dass mich Unvergebenheit absolut lähmen kann?

Wer könnte das besser nachempfinden als Eltern, deren Kind auf eine schreckliche Art und Weise von ihnen getrennt wird, nämlich durch Mord? Der Fall Mirco (des vor drei Jahren ermordeten 10-jährigen Jungen aus Grefrath) ist den meisten Menschen in Deutschland noch in den Köpfen. Damals gab es die größte Mordermittlung in der Kriminalgeschichte von Deutschland und sie endete mit der schrecklichen Gewissheit, dass Mirco Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

Mircos Eltern haben sich entschlossen, dem Mörder ihres Sohnes zu vergeben. Das ist für mich Wahnsinn! Wie können Eltern so etwas schaffen? Ich bin überzeugt, das geht nur mit der übernatürlichen Kraft Gottes. Natürlich sind da extrem tiefe Verletzungen, Trauer und Verlust, aber … und das soll die Botschaft des Abends sein… es gibt einen Weg aus dieser Lähmung heraus.

Persönlich bin ich sehr gespannt auf diesen Abend. Ich kann jedem empfehlen, der irgendwie im Umkreis von Wermelskirchen wohnt, diese Veranstaltung zu besuchen und von den Eltern des ermordeten Jungen zu hören, wie sie dem Mörder Ihres Sohnes vergeben konnten und was diese Vergebung mit ihnen gemacht hat. Wer vorab ein Interview mit den Eltern lesen möchte, kann das z. B. hier tun. Sehen wir uns?

Der Fall "Mirco"

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